Neuseeland (9) – Fox Glacier

Die beiden Gletscher „Fox“ und „Franz Josef“ sind weltbekannt. Der Fox Gletscher erhielt seinen Namen von einem bescheidenen Premier-Minister gegen Ende des 19. Jahrhunderts, der mit Nachnahmen Fox hieß. So einfach ist das 🙂

Der Franz Josef Gletscher ist eine der Hauptattraktionen für Touristen die nach Neuseeland kommen. Busladungen von Menschen mit Fotoapparaten hatten wir schon zu genüge. Daher haben wir uns für eine Gletscherwanderung auf dem Fox entschieden. Das Beste ist aber, Ihr könnt mit uns hochsteigen 🙂

Das Wetter am Tag der Wanderung war morgens ziemlich übel…

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… aber das Material und die Truppe war super. Zuerst gab’s eine Art Einsatzbesprechung.

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Das graue Wasser, welches aus dem Gletscher fließt und sich als Fluss bis hinab zum Meer schlängelt ist Schmelzwasser. Wir haben in Neuseeland Sommer und es hat die letzten Tage viel geregnet, daher führt der Schmelzfluss viel Wasser. Die graue Farbe kommt von der sogenannten „Rockflower“. Hunderte Meter Eis üben einen enormen Druck auf die Felsen im Untergrund aus und reiben und mahlen kleine Gesteinsbröckchen aus dem Felsbett. Diese werden dann mit dem Wasser aus dem Gletscher gespült. Wenn man das Wasser allerdings in eine Flasche füllt und eine gewissen Zeit stehen lässst, setzt sich die Rockflower ab und man erhält perfektes, ca. 80 Jahre lang zu Eis gefrorenes Wasser. Dies kann man einfach trinken. Im Bild sieht man das graue Wasser hinten, sowie das abgestandene Wasser vorne, sehr gut.

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Bis wir den Gletscher aber erreichen, müssen wir zunächst ca. 90 Minuten zum Eis entlang des Gletscherbetts wandern.

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So langsam nähern wir uns der Eismasse…

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… müssen aber noch durch ein Stück Regenwald. Hier ist die Temperatur direkt viel höher!

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Als wir das Eis erreichen, fällt die Temperatur merklich. Hier müssen wir nun die Spikes „Crampons“ anschnallen, damit man sich auf dem Eis sicher bewegen kann.

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Nach einigen Minuten erreichen wir eine Eishöhle!

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Der tiefe Blauton des Eis ist erst bei meterdickem Eis zu beobachten. Eis filtert das Licht am Ende des roten Spektrums (für Physiker: Licht mit einer hohen Wellenlänge) deutlich stärker heraus, als das Licht am Ende des blauen Spektrums (Licht mit kurzer Wellenlänge). Bricht man jedoch ein Stück blaues Eis aus der Wand heraus, sieht es wieder wie ganz normales weißes Eis aus.

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Hier ist der „blau“ Effekt sehr gut zu sehen:

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Nach einigen weiteren Minuten kommen wir zum zweiten Abschnitt des Gletschers. Hier schichten sich Eisplatten unter hohem Druck übereinander.

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Gletscher haben (meistens??) drei Zonen. Oben im Gebirge bleiben die Wolken hängen und können dieses nicht passieren. Erst durch abregnen und der damit einher gehenden Gewichtsreduktion können die Wolken das Gebirge überqueren. In den oberen Regionen herrscht jedoch Frost und so fällt statt regen Schnee. Dieser Schnee wird unter dem Druck des nachkommenden Schnees zu Eis gepresst. Die Gravitation tut ihr übriges und das Eis wird ins Tal getragen. Die erste Zone heißt „Neve“, wenn mich nicht alles täuscht, das französische Wort für „geboren“. Hier wird also der Gletscher geboren und ständig für Nachschub gesorgt. In der zweiten Zone stürzen sich die Eisschichten dann übereinander (sehr gut oben im Bild zu sehen) und in der dritten Zone beruhigt sich die Oberfläche etwas. Das Schmelzwasser durchfließt den Gletscher dort und bildet ein labyrinthartiges Höhlensystem im Eis. Werden diese Höhlen ausgewaschen, können diese gewaltige Ausmaße annehmen.

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Erdrutsche an den Seiten des Gletscherbetts kommen ebenfalls häufig vor. Wir wären lieber nicht in der Nähe wenn so ein Brocken in Richtung Tal rutscht.

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An der Grenze zur zweiten Zone nimmt das Eis erstaunliche Formen an.

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Der Blick von Zone zwei zurück ins Tal.

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Es ist schon merkwürdig: Vor ein paar Wochen noch waren wir in den Tropen und es war so heiß, dass man nachts kaum schlafen konnte. Jetzt stehen wir auf einem Gletscher u.a. mit Wollsocken und Mütze.

Auf dem Rückweg hat unser Guide dann noch eine Eishöle entdeckt…

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…und gefragt ob wir absteigen wollen. Klar wollen wir 🙂

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Verdammt ist das tief! Durch das Schmelzwasser wird alles naß! Das glitschige (und steinharte!) Eis tut sein übriges.

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Unten angekommen: WOW!

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Man fühlt sich wie in einer Zeitmaschine! Der Schlamm und die Steine hier wurden vor Jahrzehnten vom Eis erfasst und tiefgefroren. Seitdem wandern sie langsam mit dem Eis ins Tal.

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Wieder gesund zurück an der Oberfläche lässt die Sonne das Eis wie Kunststoff aussehen:

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So langsam wird’s auch ungemütlich hier oben. Wir sind wieder ins Tal gelaufen bevor es wieder anfängt zu regnen.

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Trotz des schlechten Wetters hatten wir eine super Gletscherwanderung!

2 Gedanken zu „Neuseeland (9) – Fox Glacier

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